"Die Fährte"
von Jo Nesbø

557 Seiten, Ullstein-Verlag,
Erstausgabe: 2006
ISBN:978-3-548-26388-5

Aus dem Inhalt:
Harry Hole, Hauptkommissar für Gewaltverbrechen in Oslo, kämpft an zwei Fronten.
Dienstlich muss er einen Bankräuber jagen, den die Presse aufgrund seiner äußerst brutalen Vorgangsweise nur den "Exekutor" nennt, nachdem er bei seinem ersten Raub ein Bankangestellte erschossen hat, weil der Bankdirektor den Safe nicht schnell genug öffnete. Der Täter hinterließ dabei keine Spuren.
Harry ist außerdem der Überzeugung, dass der vermeintliche Selbstmord seiner Ex-Freundin Anne eigentlich Mord war und muss dazu private Ermittlungen anstellen, weil die Polizei den Fall offiziell zu den Akten gelegt hat.

Über den Autor:
Jo Nesbø, 1960 geboren, arbeitete viele Jahre lang erfolgreich als Broker und war Sänger in der damals populärsten norwegischen Band. Heute lebt er als Schriftsteller in Oslo und gibt ab und zu noch gerne Konzerte.
Sein Debütroman "Der Fledermausmann" wurde mehrfach ausgezeichnet. Jo Nesbø ist der mittlerweile erfolgreichste Krimi-Autor Norwegens und ist mit seinen Büchern in über 20 Ländern vertreten.

Unsere Kritik:
Nach den ersten Seiten war ich der Meinung, dass dieses Buch eines der besten und spannendsten nach langer, langer Zeit werden könnte. Den ersten Abstrich, der aber noch verzeihlich war, musste ich machen, als der Kriminaltechniker noch am Tatort behauptet, dass sich auf einer Schusswaffe nur ein Satz Fingerabdrücke befindet und dieser daher mit Sicherheit vom vermeintlichen Selbstmord-Opfer stammen muss. Da stellt es dem Kriminaltechniker die Nackenhaare auf.
Als gegen Ende des Buches ein Ermittler seinen Finger in Heroin taucht und diesen dann in den Mund steckt, wie es einst höchstens Don Johnson in Miami Vice gemacht hat, war das auch schon egal. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Buch das Zeug zum Klassiker schon längst verloren. Schade, denn der Handlungsaufbau wäre gut gewesen, hätte das Springen zwischen den verschiedenen Fällen nicht zu große Verwirrung erzeugt. Außerdem spielt mir Nesbø schon zu sehr mit den Klischees. Hier der alkoholkranke Kommissar mit dem zerstörten Privatleben, dort ein intriganter Kollege, der auf der Karriereleiter steil nach oben marschiert und dabei selbst am Rande der Legalität balanciert. Muss man also nicht gelesen haben, meint Euer
~ Benno ~

Unsere Bewertung:

 



 

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