191 Seiten; als Taschenbuch erschienen 2008 im rororo-Verlag
ISBN: 978-3499622335
Aus dem Inhalt:
Thomas Müller erhält von einem internationalen Konzern den Auftrag einen
ehemaligen Mitarbeiter, der hochsensible Daten gestohlen hat und mit deren
Veröffentlichung droht, zu treffen. Er soll die Daten an den Konzern
zurückführen und den Täter der Justiz zuführen.
Dabei bekommt es Müller, der sonst eher seine Gespräche mit bereits
verurteilten Gewaltverbrechern führt, hier mit einem hochintelligenten Mann
zu tun, dem man nicht so einfach sagt: "Stell Dich und rück das Zeug raus!"
Der Täter will nämlich gar kein Geld. Er will nur die Macht, mit dem von ihm
entwendeten Gut zu tun, was er will. Als "Dankeschön" sozusagen dafür, dass
er Opfer von "Workplace Violence" wurde.
Über den Autor:
Dr. Thomas Müller gilt als führender Kriminalpsychologe in Europa. Der
gebürtige Tiroler begann als Streifenpolizist, studierte nebenbei
Psychologie und ist heute am Institut für Wissenschaft und Forschung der
österreichischen Sicherheitsakademie tätig.
Unsere Kritik:
So sehr ich eigentlich enttäuscht über Müllers gefeiertes Buch "Bestie
Mensch" war, weil dies nicht Fisch, nicht Fleisch war. Es war der Ansatz
einer Autobiografie und der Ansatz einer Präsentation seiner Tätigkeit.
Umgekehrt ging es mir bei diesem Buch. Beim Wort "Workplace Violence" dachte
ich ja zuerst an Gewalt am Arbeitsplatz in dem Sinn, dass der Meister dem
Lehrling eine runterhaut, weil der was kaputt gemacht hat. In Wahrheit haben
wir es hier damit zu tun, dass Mitarbeiter immer mehr gefordert werden und
als dank dafür noch, verbal oder einfach durch die Behandlung durch
Vorgesetzte, eins drübergebraten bekommen.
Von daher ein Wunder, dass es nicht öfter zu solchen Ausrastern kommt, die
in extremsten Fällen zu Amokläufen führen könnten, wie ich meine.
Auf hochinteressante Art und Weise schildert Müller in diesem Buch, wie er
einem höchst intelligenten Gegenüber lange zuhört und man schon der Meinung
ist, die Nuss ist nicht zu knacken.
Müller beleuchtet ein faszinierendes Thema, das uns alle treffen könnte.
Beim Lesen war ich manchmal verwundert, dass mir ähnliches noch nicht bei
der Polizei untergekommen ist. Dieser Gedanke überkam mich vor allem, als er
Gespräche mit Opfern von "Workplace Violence" beschreibt und den Satz mit
den Worten schließt, dass über all diesen Menschen das Damoklesschwert der
zusätzlichen verbalen zynischen Kommunikation schwebt.
Respekt, Doktor Müller, dieses Buch kann ich den geneigten Besuchern unseres
Polizeicafés nur wärmstens empfehlen
meint
Euer
~ Benno ~
Unsere Bewertung: