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"Weihnachten"
von Hermann Szodl
Jetzt steh ich da wie jedes Jahr.
Ich glaub’s nicht es ist nicht wahr.
Hab wieder mit den Karten gezockt,
dabei war die ganze Zeit das Pech angedockt.
Die Taschen sind leer
und für den Christbaum reicht’s nimmer mehr.
Schal schmeckte das letzte Bier.
Mein Gott was mache ich nur hier.
Die Geduld der Frau ist am Ende.
Mein Sündenregister spricht Bände.
Das Geld für Geschenke und den Baum
alles verspielt man glaubt es kaum.
Ich kann das alles nicht mehr fassen
kann mich nicht einmal mehr hassen.
Es ist feucht und kalt
mein Gott wie fühle ich mich alt.
Der Morgen graut, es wird langsam hell
ich muss mir was einfallen lassen und das schnell.
Der Blick der Kinder er wird traurig sein
ihr ganzer Hass und deren Kummer der wird mein.
Keine Geschenke und keine Gaben
keine Liebe und keine Zuwendung werde ich haben.
Bitter schmeckt dieses Gefühl
mein Gott in welchen Abgründen ich wühl.
Da was will er von mir der Alte, jetzt kommt er auch noch her.
Was ist mit Dir was bedrückt dich denn so sehr ?
Und wie durch einen innerlichen Zwang
höre ich wie durch Watte meiner Stimme Klang.
Ich erzähle dem Fremden von meinem Leid
und spüre wie die Seele sich befreit.
Ein ungekanntes Gefühl kämpft sich empor
mein Gott es ist die Menschlichkeit, welche vor langem ich verlor.
Ich werde deine Jugend dir zeigen und dann
wirst du begreifen wie es damals begann !
Mich ergreift plötzlich ein Schwindel und ein Schauer.
Der Körper dreht sich und der Geist der läuft an eine Mauer.
Doch plötzlich wird mir alles klar
es ist alles so wie es früher einmal war.
Ich im Körper eines Kindes und meine Eltern sind da
mein Gott, ich verstehe es nicht, und doch ist es wahr.
Was damals zu Weihnacht ich erlebt
von meinen Eltern inniglich geliebt
Lauter schöne Gefühle mich treffen mit voller Wucht
das Glück war schon gefunden bevor es noch gesucht.
Ein tiefes innigliches Gefühl steigt in mir auf
während ich, zeitgerafft beseh, meinen Lebenslauf.
Während es zurück mich schleudert in die Wirklichkeit,
mein Gott, ich bin plötzlich vom Trübsal befreit.
Lauter fröhliche Gesichter
in den Straßen brennen die Weihnachtslichter.
Frohe Weihnacht wünscht der Mann und ergreift mich am Saum,
weil es der letzte ist, schenke ich dir den Tannenbaum.
Und während ich mich wundere und freue
beschenkt das Kaufhaus mich für meine Treue.
Und während gratis ich Geschenke wähle
mein Gott wie weit wird meine Seele.
Das Glück mich vollends erfüllt als ich komme nach Haus.
Die Frau mit den Kindern sitzt beim Weihnachtsschmaus.
Das gab ein lautes Willkommen und Trara
Der Vater, er ist endlich wieder da.
Nach dem Essen den Baum aufgestellt
und Kugeln, Stangen und Lakritz hinzugesellt.
Wahrlich ein Weihnachtswunder ich erfahren.
Mein Gott, sei gelobt und Engel stoßt in die Fanfaren.
Die Hoffnung lebt seit 2000 Jahren
seit Josef und Maria in Betlehem waren.
Drum Menschheit auf deinen Glauben kannst du bauen
es lebt sich recht im Gottvertrauen.
Besinnt euch gerade zur Weihnachtszeit
als Gott die Welt von den Sünden befreit.
Halleluja und Hosianna gesungen
mein Gott, wie bin von Glück ich durchdrungen.
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