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"War was?"
Erinnerungen eines alten Rayonshasen
von Hermann Szodl
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Nachtdienst. Das heißt von 19:00 Uhr bis 07:00 Uhr im
Wachzimmer Kaiser Ebersdorfer Straße Dienst versehen. Der Wachkommandant
hatte sich um 24:00 Uhr ins Bett gelegt. Zuvor teilte er uns mit, dass er
heute auf keinen Fall gestört zu werden wünscht. Da heute sowieso nichts los
war und er furchtbar müde war, gebe es bei Nichtbeachten Repressalien zu
fürchten. Es stimmt, die Nacht ist lau und auffallend ruhig. Ich fuhr mit
meinem Kollegen Franz M. das „erste Nummer“. Jetzt konnte ich beruhigt
warten bis um 06:00 Uhr die Ablöse kommt. Ich habe bis dahin Journaldienst.
Es ist gegen 03:30 Uhr als plötzlich das Telefon läutet. Da ich Wachhabender
bin nehme ich auch den Anruf entgegen. Eine weibliche Stimme zirpt in den
Apparat.
„Bin ich da Richtig bei der Polizei? Ich hätte da ein heikles Problem“.
Nur mäßig interessiert erkundige ich mich nach der Art des Problems.
„Das kann ich am Telefon nicht sagen, aber kann ich vorbeikommen? Mit meinem
Freund? Es wäre dringend!“
„Nun ja wenn es so dringend ist, kommen sie eben vorbei. Mal sehen was ich
für sie tun kann“ und legte den Hörer auf.
Mein Name ist Hermann SZODL. Mein Dienstgrad ist Revierinspektor. Ich mache
in Wien – Simmering Dienst.
Eine halbe Stunde später läutete es an der Wachzimmertüre. Nachdem ich
geöffnet hatte, stand da ein junges Pärchen vor mir. Verlegen grinsend
eröffnete das Mädchen mir, dass es vor kurzem angerufen habe.
„Ja und? Wie kann ich ihnen helfen?“
„Tja das ist ein bisschen kompliziert. Dürfen wir eintreten?“
Die Geschichte begann spannend zu werden. Mir fiel beim Eintreten des
Mädchens auf dass sie ihre Jacke über der rechten Hand trug, gerade so dass
man die hand nicht sehen konnte. Sie nahm am Schreibtisch mir gegenüber
Platz und ihr Freund postierte sich hinter ihr. Dann legte sie die Hand mit
der Jacke auf den Tisch und zog die Jacke mit einem Ruck zurück.
Erstaunt registrierte ich dass das rechte Handgelenk eine in rosa Plüsch
gekleidete Handfessel zierte. “Das ist unser Problem!“ eröffnete der
mitgekommene Freund. Wir haben ein wenig gespielt. Beim Herumalbern brach
dann der Schlüssel ab und blieb im Schloss stecken. Wir hoffen jetzt dass
ihr Schlüssel passt und sie die Handschelle aufsperren können.“
Das Mädchen lachte kurz hysterisch auf und ihr Lachen ging übergangslos in
Weinen über.
Leicht erheitert holte ich meinen Handschellenschlüssel und versuchte das
Schloss zu öffnen.
Zu meinem Bedauern musste ich feststellen dass der abgebrochene Teil den
Mechanismus blockierte und das Schloss so nicht zu öffnen war.
„Vielleicht passt der Schlüssel von einem Kollegen?“ hoffte das Mädchen.
„Nein, da muss ich sie enttäuschen, wir haben alle den gleichen Schlüssel.“
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