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"Kana wü mea wos von mir"
oder "Pensionsschock"
Gedanken eines alten Rayonlers
von Hermann Szodl
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Mensch sei schlau und sei kein Tor.
Auf die Pension bereite dich gut vor.
Kein Mensch will mehr etwas von dir.
Um zwölf ist genau so gut wie um vier.
Hast Du keine Familie die dich erhält.
So ist es dein Hobby das jetzt für dich zählt.
Kannst du kein anderes Herz mehr erwerben.
So musst du sterben.
Josef war ein guter Arbeiter. Seit seiner Lehrzeit war er
bei den Wiener Stadtwerken beschäftigt. Er war immer pünktlich und nur sehr
selten und dann nur wenn es nicht mehr anders ging, krank. Von einem
Kuraufenthalt hielt er sowieso nichts. Sein Leben war nebst seiner Frau
immer die Arbeit gewesen.
Wen wundert es, dass er auch kein besonderes Hobby pflegte. Josef fühlte sich
wohl in seiner Arbeit und schaute auch in seiner Freizeit öfters vorbei.
Kurz und gut, Josef war ein Arbeitstier.
Mein Name ist Hermann SZODL, ich bin Revierinspektor und sorge mit meinen
Kollegen im 11. Hieb für Sicherheit.
„Herr Josef, wir danken für ihre Arbeitsleistung. Mit heutigem Tag sind sie
Pensionist. Die Lücke die sie hinterlassen, wird nur schwer zu stopfen sein.
Wien dankt ihnen mit der bronzenen Ehrennadel. Besuchen sie uns oft und
erzählen sie uns, wie gut es ihnen in der Pension ergeht.“
Josef dreht sich um und geht. Die Gedanken drehen sich in seinem Kopf herum.
Seit seine Frau vor einem halben Jahr verstarb, Krebs, hat er keine rechte
Freude mehr. Auch die Arbeit füllte ihn nicht mehr so aus. Seinen Sohn hat
er seit 10 Jahren nicht mehr gesehen. Er kam nicht einmal zur Beerdigung
seiner Mutter. Ergo auch sein Sohn ist tot.
Heute habe ich Tagdienst. Schon bei der Diensteinteilung, als ich erfahre,
dass ich mit Kollegen Gerhard M. fahre, weiß ich, dass heute viel los sein
wird.
Erstes Nummer, ein Lichtblick.
Herr Josef sitzt im spärlich eingerichteten Wohnzimmer und stiert in den
Fernseher. Er ist müde, kann aber nicht schlafen. Und wieder diese quälenden
Gedanken. „Rosa, warum hast Du mich allein gelassen? Hättest mich ruhig
mitnehmen können. Was mache ich nur ohne Dich?“
Die ersten drei Stunden haben wir heruntergebogen. Wir fanden sogar die
Zeit, die anderen Wachzimmer aufzusuchen. Beim Kommissariat war die übliche
Betriebsamkeit. Viel Parteienverkehr. Jeder Mensch hatte irgend etwas auf
dem Herzen. Viele wollten einfach nur reden. Manche zeigten an jeden „Schas“
wie wir sagen an. Es ist heiß. Wirklich sehr heiß. Bevor wir auf die WEI
fuhren, holten wir uns ein Eis. Das richtete wieder auf. Jetzt rücken wir
wieder in der Kaiserebersdorfer Straße ein und lassen uns ablösen. Runter
mit dem Hemd und her mit einem kalten Gesöff.
Herr Josef spürt die Hitze nicht. Es wäre ihm auch egal. Wenn nur diese
quälenden Gedanken nicht wären. Diese Gedanken lassen sich nicht abschalten.
Diese Gedanken, diese sch…….Gedanken.
Alles was Herr Josef machen will, wenn er sich schon aufraffen kann, macht
ihm nach kurzer Zeit keine Freude mehr. Ja die Kollegen von der ehemaligen
Arbeit besuchen. Das wird er jetzt tun. Wenn nur diese Gedanken nicht wären.
Die Kollegen sind auch nicht mehr dieselben. Manchmal kam er sich schon
lästig vor an der alten Arbeitsstelle.
Nach der Schulwegsicherung in der Thürnlhofstraße rücke ich ein. Franz M.
fragt ob wir eine schnelle Partie Schach spielen könnten. Gerhard M. stellte
bereits einen neuen Kaffee zu. „Her mit den Figuren, hast heute eh keine
Chance, heute bin ich ein Glücksbürscherl“.
Gerhard M. ergänzt noch, „Beeilt euch aber. In einer halben Stunde lösen wir
wieder ab“.
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