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Michael ist Kraftfahrer. Er fährt einen 40-Tonner für die
Obst-und Gemüsegenossenschaft in Simmering. Die Arbeit gefällt ihm zwar gut,
aber er wäre viel lieber in der großen Halle beschäftigt gewesen. Dort
könnte er mit dem Gabelstapler fahren. Seine geheime Leidenschaft. Beim
Verladen, wenn der Aufseher nicht da war, durfte er hie und da mit dem
Stapler fahren, fand er seine wahre Berufung. Hei war das eine Freude. Die
Palletten waren im nu angehoben. Im Slalom ging es dann im heißen
Schritttempo zum LKW. Dort wurden sie angehoben und in den Laderaum
gewuchtet. Und schon ging es retour um den nächsten Stapel zu holen. Ja, das
wäre eine Freude. Da müsste er sich nicht dauernd im Großstadtverkehr von
Wien abärgern. Michael fährt jetzt schon 15 Jahre mit dem Gemüse von der
Genossenschaft auf den Großmarkt in Inzersdorf und retour. Am Tag drei Mal
dieselbe Tour. Heute ist Michael besonders gut gelaunt. Gestern kam der
Immobilienmakler zu ihm und seiner Frau und präsentierte ihr neues
Eigenheim. Es war erschwinglich und die alte Dame welche beabsichtigte das
Haus zu verkauften, ging nun doch in das Altersheim welches ihre Kinder für
sie ausgesucht hatten. Die Dame war pflegebedürftig und die Kinder waren
allesamt arbeitstätig. Sie konnten sich um ihre alte Mutter nicht mehr
kümmern. Nun ihm konnte es egal sein, Hauptsache das Haus stand zum Verkauf
an. Es wird zwar schwierig, die Frau war im achten Monat schwanger, aber mit
dem Ersparten und mit Hilfe der Eltern war das schon zu schaffen. Der
Stammhalter soll schon im neuen Haus zur Welt kommen. Das Haus stand im 10.
Bezirk nächst dem „Böhmischen Prater“ in einer Hanglage. Von dort konnte man
bei klarem und schönem Wetter über die Donau bis zur UNO-City sehen. Die
Luft war dort klar und man wähnte sich auf dem Land. Der Vertrag war schnell
unterschrieben. Jetzt fehlte nur noch ein kleiner Kredit und die Sache war
geritzt. Eine Formalität.
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