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"Russenmädchen" von Steve Soon
Nadja hieß das schöne Mädchen
aus dem kalten Russen-Land
saß nur gram am Spinnenrädchen
Blut quoll oft aus zarter Hand.
Siebzehn Jahr` und voll der Blüte
ziert Verzweiflung ihr Gesicht
nicht mit Gnade, nicht mit Güte
zollt das Leben ihr Verzicht.
Undankbar sei diese Welt
denkt sich Nadja oft beim Spinnen
kann mit meinem bisschen Geld
nie mein Leben neu beginnen.
Träumend sucht sie in Gedanken
diesen Ort des wahren Lebens
fest verschlossen sind die Schranken
eine Tür sucht sie vergebens.
Tanzen will ich, möchte schweben
lass die Freiheit in mir blühen
warum soll mein junges Leben
leiden unter all den Mühen?
Zwischen Hoffnung, Frust und Glauben
schlägt das Herz in Nadjas Brust
bringt der Griff nach hohen Trauben
wirklich die ersehnte Lust.
Schon eilt her ein kühner Knabe
singt sich in ihr Herz hinein
überhäuft mit güldener Gabe
lässt sie Spinnrad Spinnrad sein.
Folge mir doch in den Westen
fleht der Knabe fast auf Knien
es ist nur zu deinem Besten
wenn an einem Strang wir zieh'n.
Völlig blind, die Not vor Augen
liefert Nadja sich ihm aus
ohne auch zum Tanz zu taugen
kommt sie in ein großes Haus.
Wahr geworden ist ihr Traum
Nadja hat erreicht ihr Ziel
rotes Licht wärmt sanft den Raum
für das schöne Liebesspiel.
Noch ahnt sie nichts von ihrem Los
und wähnt sich noch im Glücke
gibt ihrem Herzen einen Stoß
bricht hinter sich die Brücke.
Kein Wort der Reue, keine Sühne
vorbei ist nun das Russenleben
der Tanz, die Show, auf off' ner Bühne
wird neuen Sinn dem Leben geben.
Der Pass ist weg? Ach, kein Malheur
was brauch ich dieses Stück Papier
ich freu mich auf den Auftritt sehr
und werde tanzen wie ein Tier.
Doch Nadjas Augen werden groß
als man ins Tanzkostüm sie steckt
was ist das für ein Fetzen bloß
der nicht einmal den Po bedeckt.
Und auch der Busen, der schwebt frei
benetzt mit zarter Raffinesse
beim Drehen sieht man nebenbei
des drallen Fleisches nobler Blässe.
Oh nein - setzt Nadja sich zur Wehr
das könnt ihr doch nicht machen
auch hätt` ich keine Freude mehr
beim Tanz in diesen Sachen!
Ein heft'ger Schlag lässt sie verstummen
Angst und Schrecken macht sich breit
während sie im Kopf benommen
zwängt man sie ins kurze Kleid.
Vor Angst, man würde sie sonst killen
fügt sich Nadja der Gewalt
ist den Männern stets zu Willen und verliert den letzten Halt.
Nadja muss viel Leid erdulden
statt der erhofften neuen Liebe
lässt kommen sie sich was zu Schulden
so gab es für sie nur noch Hiebe.
Nach Jahren schwerster Pein und Qual
war Nadjas Körper mehr als siech
man ließ ihr keine and're Wahl
und schickt sie auf den Straßenstrich.
Gepeinigt, ausgeschunden, leer
die Welt ist so verlogen
gibt`s letztlich keinen Ausweg mehr
bleibt nur der Griff zu harten Drogen.
Auch Nadja wählte diesen Schritt
in ihren Augen längst kein Glanz
sie folgt dem Tode Tritt für Tritt
und kein Gedanke mehr dem Tanz.
Schließlich war es dann soweit
vorbei war Nadjas schlimme Not
nach all den Jahren Schrecklichkeit
erlöst sie gnadenvoll der Tod.
Nadja hieß das schöne Mädchen
aus dem kalten Russenland
glücklich war sie in dem Städtchen
wo ihr Rad zum Spinnen stand.
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