"Was ist ein Problemhund?"
Leseprobe aus dem Buch
"Erfolgreich zum Problemhund - Ein tiefschwarzer Ratgeber"

von Richard Lux-Rubenser

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Grundsätzlich kann man aber sagen, dass jeder Mann/jede Frau in der Lage ist, sich seinen/ihren Problemhund selbst zu erziehen.
Der zweite große Vorteil dabei ist, dass man (fast) jedem Hund (fast) jedes Problem erfolgreich anerziehen kann.
Man kann aus einem Dackel eine reißende Bestie machen, der alles beißt was sich ihm in den Weg stellt. Und sei es ein Laternenpfahl (besser funktioniert`s natürlich mit Briefträgern). Man kann aus einem Bernhardiner einen liebessüchtigen Schoßhund machen. Das kommt beispielsweise in Speiselokalen ganz besonders gut an. Noch besser, wenn sie ihrem sabbernden Ungeheuer zusätzlich beibringen sein Verhalten auch an den Nachbartischen zu praktizieren.

Haben Sie keine Sorge wenn sie der Besitzer des bravsten Hundes der westlichen Hemisphäre sind. Hier und jetzt bekommen sie jenes Werkzeug in die Hand, dass es ihnen ermöglicht, aus ihrem Kommissar Rex–Verschnitt einen veritablen Problemhund zu machen. Ihre Mitmenschen werden sie verwünschen, Ihre Eltern werden Sie verleugnen. Auf der Straße werden sie Kopfschütteln, Mitleidsbekundungen oder Hasstiraden ernten.

Aber ein Problemhund hat viele, viele Vorteile: Er ist zum Beispiel eine der wenigen wirklich sicheren Möglichkeiten, garantiert zum Medienstar zu werden. Unglücksfälle mit Hunden füllen ganze mediale Sommerlöcher. Die ach so beliebten Talk-Shows leben heute ja schon zu neunzig Prozent nur noch von Problemhundebesitzern. Was gibt es auch Schöneres, als wenn ein Hundebesitzer seinen vierbeinigen Freund gegen eine aggressive Meute hysterischer Friedensaktivisten verteidigen muss. Nur weil er zwei oder drei Briefträgern verschiedene Extremitäten abgebissen hat. Durch ihren allgemeingefährlichen Caniden werden sie also überregionale Bekanntheit erwerben. Schon allein damit sind viele Vorteile verbunden. Und noch eins: als Problemhundebesitzer ist man der einzige Prominente, der wirklich vor Autogrammjägern und Paparazzi sicher ist. Denn in ihrem Fall gilt:
1 Problemhund = 10 Bodyguards.

Ein Problemhund bietet ihnen noch viele andere Vorteile. Er lässt sie zum Beispiel mit ihren Sorgen nie alleine. Sie haben zu wenig Geld? Eine unheilbare Krankheit? Egal. Ihr Liebling sorgt dafür, dass sie nicht auch nur eine einzige Minute Zeit haben, daran zu denken. Er beschäftigt sie durch sein problematisches Verhalten derart, dass sie an überhaupt nix anderes mehr denken können. Das hat den positiven Nebeneffekt, dass sie bereits nach kurzer Zeit ihren Job verlieren werden, da sie in der Arbeit ständig absolut unkonzentriert und abgelenkt sind. Selbst wenn sie ihn einem Hundesitter anvertrauen, werden sie keine Ruhe finden. Sie werden ständig anrufen, um zu erfahren, was ihr Hund wieder angestellt hat. Oder er ruft sie an, um ihnen zu erzählen, was ihr Hund gerade angestellt hat. Das wiederum ruft sowieso den Boss auf den Plan, weil sie ständig Privatgespräche führen. Auch auf diese Art und Weise sind sie also in Kürze ihre Stellung los.
 

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