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"Was ist ein Problemhund?"
Leseprobe aus dem Buch
"Erfolgreich zum Problemhund - Ein tiefschwarzer Ratgeber"
von Richard Lux-Rubenser
- Seite 2 von 3 -
Grundsätzlich kann man aber sagen, dass jeder Mann/jede
Frau in der Lage ist, sich seinen/ihren Problemhund selbst zu erziehen.
Der zweite große Vorteil dabei ist, dass man (fast) jedem Hund (fast) jedes
Problem erfolgreich anerziehen kann.
Man kann aus einem Dackel eine reißende Bestie machen, der alles beißt was
sich ihm in den Weg stellt. Und sei es ein Laternenpfahl (besser
funktioniert`s natürlich mit Briefträgern). Man kann aus einem Bernhardiner
einen liebessüchtigen Schoßhund machen. Das kommt beispielsweise in
Speiselokalen ganz besonders gut an. Noch besser, wenn sie ihrem sabbernden
Ungeheuer zusätzlich beibringen sein Verhalten auch an den Nachbartischen zu
praktizieren.
Haben Sie keine Sorge wenn sie der Besitzer des bravsten Hundes der
westlichen Hemisphäre sind. Hier und jetzt bekommen sie jenes Werkzeug in
die Hand, dass es ihnen ermöglicht, aus ihrem Kommissar Rex–Verschnitt einen
veritablen Problemhund zu machen. Ihre Mitmenschen werden sie verwünschen,
Ihre Eltern werden Sie verleugnen. Auf der Straße werden sie Kopfschütteln,
Mitleidsbekundungen oder Hasstiraden ernten.
Aber ein Problemhund hat viele, viele Vorteile: Er ist zum Beispiel eine der
wenigen wirklich sicheren Möglichkeiten, garantiert zum Medienstar zu
werden. Unglücksfälle mit Hunden füllen ganze mediale Sommerlöcher. Die ach
so beliebten Talk-Shows leben heute ja schon zu neunzig Prozent nur noch von
Problemhundebesitzern. Was gibt es auch Schöneres, als wenn ein
Hundebesitzer seinen vierbeinigen Freund gegen eine aggressive Meute
hysterischer Friedensaktivisten verteidigen muss. Nur weil er zwei oder drei
Briefträgern verschiedene Extremitäten abgebissen hat. Durch ihren
allgemeingefährlichen Caniden werden sie also überregionale Bekanntheit
erwerben. Schon allein damit sind viele Vorteile verbunden. Und noch eins:
als Problemhundebesitzer ist man der einzige Prominente, der wirklich vor
Autogrammjägern und Paparazzi sicher ist. Denn in ihrem Fall gilt:
1 Problemhund = 10 Bodyguards.
Ein Problemhund bietet ihnen noch viele andere Vorteile. Er lässt sie zum
Beispiel mit ihren Sorgen nie alleine. Sie haben zu wenig Geld? Eine
unheilbare Krankheit? Egal. Ihr Liebling sorgt dafür, dass sie nicht auch
nur eine einzige Minute Zeit haben, daran zu denken. Er beschäftigt sie
durch sein problematisches Verhalten derart, dass sie an überhaupt nix
anderes mehr denken können. Das hat den positiven Nebeneffekt, dass sie
bereits nach kurzer Zeit ihren Job verlieren werden, da sie in der Arbeit
ständig absolut unkonzentriert und abgelenkt sind. Selbst wenn sie ihn einem
Hundesitter anvertrauen, werden sie keine Ruhe finden. Sie werden ständig
anrufen, um zu erfahren, was ihr Hund wieder angestellt hat. Oder er ruft
sie an, um ihnen zu erzählen, was ihr Hund gerade angestellt hat. Das
wiederum ruft sowieso den Boss auf den Plan, weil sie ständig
Privatgespräche führen. Auch auf diese Art und Weise sind sie also in Kürze
ihre Stellung los.
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