|
|
|
"Prinzessin Melitta"
Ein Küchendrama
von Richard Lux-Rubenser
Es war einmal ein alter König namens Jacobs. Der Monarch
Jacobs hatte eine junge schöne Tochter, die hieß Melitta und scherte sich
keine Bohne um das Hofzeremoniell, denn sie war eine begeisterte Köchin. Da
war sie immer mit vollem Elin bei der Sache. Schon am frühen Morgen stürmte
sie in die Schlossküche und begrüßte den Küchenchef, während sie im
Schlafrock einen Apfel aß. Also einen Apfel im Schlafrock. „Guten morgen
Bosch, wo ist denn Ken Wood, unser Bauknecht?“. In den Bauknecht war sie
nämlich verliebt. Kein Wunder, der weiß ja auch was Frauen wünschen. Der
alte König jedoch war strikt gegen eine Verbindung, denn der Bauknecht war
weiß Gott keine standesgemäße Partie. Daher sagte er, sobald das Gespräch
darauf kam, zu seiner Tochter: „Melitta, was filter… äh fällt dir denn da
wieder ein. Das kommt ja gar nicht in die Tüte. Lass das mal meinen Kaffee
sein.“
„Ich weiß nicht wo unser Bauknecht schon wieder steckt“, sagte der
Küchenchef, „solingen suchen gehen?“
„Ah, eh geh schon,“ lachte die Prinzessin und hechtete zur Hintertür hinaus
in den Küchengarten, wo sie mit einer eleganten Kasserolle landete. Der
Garten war Philips Reich, denn Philip war der Schlossgärtner und ihr
Vertrauter.
„Phillip, wo ist denn Ken Wood?“, fragte sie den Gärtner. „Das weiß ich
nicht so gaggenau, aber ich glaub der ist da hinten irgendwo am Grundig
kann’s aber nicht beschwören.“ Also bestieg Melitta ihren Geländewagen,
einen Tchibo, und brauste auf der Suche nach ihrem Geliebten über das
riesige Grundstück.
Bosch, der Küchenchef, war ein alter Schwerenöter, der bei jeder Tafel spitz
wurde und einen Hang zum jungen Küchenpersonal hatte. Kaum kam eine Neue,
begann er auch schon zu braten wie ein echter Fissler. Du verstehst? Fissler,
braten ohne zu spritzen.
Heute machte er sich an die flotte Lotte heran, aber die wies ihn resolut
zurecht: „Bosch, das maggi net. Lassens das, sonst zieh ich ihnen das Pfanni
über ihr Backrohr!“, knorrte sie. „Jetzt mach doch kein Rama,“ entgegnete
der Küchenchef, „wenn das meine Thea hört macht sie mir wieder einen
Auflauf.“
In der Zwischenzeit hatte die Prinzessin im ihren Bauknecht gefunden, der
einen falschen Hasen jagte. Sie warf ihm heiße Negerküsse zu, während er sie
mit gebackenen Mäusen verwöhnte, die er in der Nacht gefangen hatte.
„Ach mein Ken,“ seufzte sie, „wenn wir doch nur heiraten könnten.“
„Yes, we can,“ antwortete Ken, denn er wohnte in einer Baracke aus Bäumen.
Also in einer Barack Obama. „Ich habe nämlich herausgefunden, dass ich ein
uneheliches Präsidentenkind bin. Also lass uns heiraten, aber Espresso.“
„Ja, ich saeco es gleich meinem Vater“, jubelte Melitta.
Als der alte König das hörte, bekam er vor lauter Freude in seinem
königlichen Pelzmantel einen Nerzanfall und starb an Ort und Stelle. Seine
Tochter erbte das Königreich samt Heim und Herd und heiratete ihren Ken. Und
wenn sie nicht gestorben sind, dann kochen sie noch heute…
|
|
|