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"Mord im Alpenexpress"
Ein Bergdrama
von Richard Lux-Rubenser
Ortler und Mandscharo saßen
im hintersten Winkel der verrauchten Bahnhofsspelunke. In verschwörerischem
Ton flüsterte Mandscharo: „Du musst diesen Schnüffler
Watzmann endlich umlegen, sonst bringt er uns noch alle ins Kittchen.
Ich hab schon Alpl-Träume wegen dieses Typs.“
„Dazu brauchen wir aber einen guten Plan….ai“,
wandte Ortler ein.
„Pass auf, Watzmann fährt heute um 13:45 Uhr
mit dem Alpenexpress nach Zürich. Das ist die Gelegenheit. Er sitzt immer an
der Nordwand der
Zugspitze im Stuhleck auf seinem
Predigtstuhl. Du erkennst ihn an seinem
Hahnenkamm. Außerdem hat er ein fürchterliches
Lauberhorn im Gesicht.
Entweder jagst du ihm eine Zwölferkogel ins
Gehirn oder du stößt ihm die Wildspitze
Dolomiten in die Brust. Aber dieses Mal muss es
schnell gehen und darf nicht so lange wie bei
Schladminger Tauern. Sollten
Mönch oder Jungfrau
euch dabei beobachten so ist das Eiger Problem.
Für die Flucht bekommt ihr von Schober Pass und
falsche Ausweise.
Dieser Mord ist die einzige Chance die Ortler-Gruppe
jetzt noch zu retten.“
Ortler überlegte lange bevor er antwortete:
„Du hast Recht, den Watzmann kill i Mandscharo!“
Pünktlich um 13:45 Uhr fanden sich Ortler,
Loser und Schwab am Bahnsteig
K2 ein und bestiegen den Alpenexpress, der sich
auch sogleich in Bewegung setzte. Während sie der
Zugspitze zueilten, passierte der Zug einen
Rosengarten, drei Zinnen und einen
kahlen Berg. In den Waggons herrschte das
übliche Gesäuse. Es gab sogar ein
Monte Casino, wo Pfänder-Spiele
gespielt wurden. Aus einem Radio plärrte ein schwedischer Moderator: „Hoch
König Karl Gustav, unser Wilder Kaiser!“,
während sich im Speisewagen eine schlafende Griechin
vom Obir Gänseleberpasterze
und Krimmler Kees Grebenzen ließ.
Die Drei fanden Watzmann kurz bevor der Zug in
den Arlbergtunnel einfuhr.
Ortler wollte ihm sofort mit einem
Dachstein den Hahnenkamm
einschlagen, da drückte der Lokführer das Nebelhorn.
Ortler zögerte, und in diesem Moment betrat
Watzmanns Assistent das Abteil. „Brenner,
pass auf, wir sitzen in der Patsche….rkofel!“,
brüllte der Kommissar. Brenner reagierte sofort
und verpasste Ortler eine Gerade auf sein
Matterhorn. Loser
schlug er den hohen Zinken ein und Schwab trat
er ins Kreuzjoch, dass es nur so
raxte. Dann packte er sie alle am
Schöpfl und zerrte sie wieder auf die Beine.
„Komm hoch, Schwab“, knurrte er dabei. Dann
fesselte er alle drei mit einer Nordkette.
„Himalayarschundzwirn!“, fluchte
Ortler, denn er wusste, dass er nun einige
Jahre in der Hungerburg verbringen würde.
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