|
|
|
Leseprobe aus dem Buch
"Zielscheibe Mensch" -
"Was Sie nie über mobile Einsatzkommandos der Polizei wissen wollten"
von Joachim Kalz
Erschienen im Verlag "Tredition"
ISBN: 978-3-86850-106-3
- Seite 1 von 3 -
Auszug aus Kapitel 2
Es zeigt sich immer wieder, die aufregendsten Erlebnisse
treffen einen total unvorbereitet - ja geradezu wie aus heiterem Himmel. Der
Dienst in der Abteilung hatte inzwischen den Reiz des Neuen verloren.
Routine begann sich breit zumachen. Die Aufstellung der Observationsgruppe
war noch lange nicht abgeschlossen und man musste aufpassen, dass kein Frust
aufkam. Die langweiligen BvD-Dienste trugen auch nicht gerade zur
Erheiterung bei.
Es war der 30. Mai 1974.
Zwar ging an diesem Tag die Welt nicht unter, wie es immer wieder in dem
Lied angekündigt wird, aber ich war für den BvD-Dienst eingeteilt. Der
einzige Trost und Ausgleich war der freie Vormittag. Ich brauchte erst um
13.00 Uhr anzufangen und da meine Frau in dieser Woche ebenfalls Spätschicht
hatte, nutzten wir die frühen Stunden für einen Einkaufsbummel. Wir genossen
es damals schon, als einige der ersten Kunden durch Kaufhäuser und Geschäfte
zu streifen. Unser Bummel durch die Innenstadt war eigentlich schon beendet.
Wir befanden uns auf dem Weg zu unserem Wagen, der wie immer im Parkhaus
abgestellt war. Die tollen Angebote waren nicht zu finden gewesen. Dafür
brauchten wir aber auch keine Tüten zu tragen.
Langsam schlenderten wir durch die Große Packhoffstraße, warfen noch einen
letzten Blick in die Schaufenster des Schuhhauses „gisy“ und bogen
schließlich in die Andreasstraße ein. Wir hatten es nicht eilig. Keine
fünfzig Meter von der Einmündung entfernt, ungefähr in Höhe des
Fischrestaurants „Seestern“, hörte ich hinter uns das Laufen mehrerer
Personen, die irgendetwas laut riefen. Mein erster Gedanke war: Da hat einer
von den Ständern bei „gisy“ ein paar Schuhe geklaut.
Meine Neugierde trieb mich zur Ecke zurück. Vielleicht konnte ich ja einem
Hausdetektiv behilflich sein. Sicherlich hat mir meine Frau noch hinterher
gerufen, dass ich mich da nicht einmischen soll; ich hörte es jedoch schon
nicht mehr.
Bevor ich einen Passanten nach den Grund der Rennerei
fragen konnte, kam eine kleine Gruppe vorbeigelaufen, die immer wieder
„Bankräuber, Bankräuber“ rief.
|
|
|