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„…Good Morning Mister Cocker! My name is Norbert Janitsch,
I am a criminal investigator and I have to arrest you. Please put on your
clothes, take cigarettes, passport and some money with you and come with us,
immediately...“ sagte ich zu Joe Cocker, während ich ihm mit ausgestreckter
Hand meine Dienstkokarde unter die Nase hielt. Joe Cocker hatte noch im Bett
gelegen und zeigte sich sichtlich bemüht, meinen Anweisungen reaktiv zu
folgen, auch wenn ihm dies nur sehr eingeschränkt gelang; so als befände er
sich inmitten der medikamentösen Vorbereitung eines chirurgischen Eingriffes
an ihm. Die Raumluft war gesättigt von einem gasförmigen Gemenge aus
Schweiß, erkaltetem Zigarettenrauch, Dosenbier und diesem ganz bestimmten „Spirit“,
der ebenso ungebändigt wie unentwegt aus dem Individuum Joe Cocker entwich,
was selbst für meine, damals bereits schwerst vorbestrafte Nase, ein
Wahrnehmungserlebnis der „besonderen Art“ bedeutete und die gesamte
Atmosphäre seiner Hotelsuite zu einer eindrucksvollen, unbeschreiblichen
Metapher des Blues verwandelt hatte. Es war letztlich wohl meiner streng
gebügelten Stoffhose und dem erbarmungslosen Erbsengrün meines Sakkos von
Texhages zu verdanken, dass mir in Vollziehung meiner polizeilichen
Zwangausübung selbst unter diesen außergewöhnlichen Rahmenbedingungen
tatsächlich auch noch jene amtliche Glaubhaftigkeit bei Joe Cocker zuteil
wurde, die ein derartiger hoheitlicher Vollstreckungsakt wohl unverzichtbar
gebraucht hatte. Obwohl ein Fluchtversuch mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit nicht zu befürchten war, hatte mein Kollege das getan,
was er in einer solchen Situation vorsorglich immer getan und immer auch
schon am besten gekonnt hatte: nämlich seine beeindruckende Biomasse einfach
in den Rahmen der Eingangstüre gestemmt. |
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© 2009 by Thomas Angerer |