|
|
|
"Die teuren Miederhosen"
von Johann Bednar
- Seite 1 von 2 -
Februar 1991, unser damaliges Büro befand sich schon am
Flughafengelände im Objekt 800 im zweiten Stock. Josef (Pepi) K. Wolfgang K.
der Martin P., und meiner Wenigkeit erledigten den Scheibkram, arbeiteten
die Akte auf, die Statistik, die war ja und ist ja auch noch heute das
wichtigste.
Irgendwann beschlossen wir, wir „pfeifen“ für heute auf die Akte und
Statistik. Es war ja morgen, oder übermorgen auch noch ein Tag.
Kreuzschnapsen war angenehmer und so spielten wir halt einige „Pummerln“
aus. Rupf stand plötzlich im Zimmer, denn in der Spielhektik hatten wir nur
Augen und Ohren für das Spiel, eh klar. Er sagte nichts. Kiebitzte in die
Karten und meint dann trocken: „Die Maschine aus Frankfurt machen wir heut
noch“!
Na sicher Chef machen wir doch.
Da aber noch Zeit war ging die fröhliche Schnapsrunde munter weiter.
Wir brachen dann auf, die kleinen Streitigkeiten wer wann „geschummelt“
hätte, waren vergessen, ab zum Flughafen.
Wir kamen gerade rechtzeitig, die ersten Passagiere der LH aus Frankfurt
standen schon an dem Förderband und warteten auf ihre Koffer.
Eine kleine Frau, sie war sicherlich aus dem Südamerikanischen Raum, nicht
unhübsch, erregte unsere Aufmerksamkeit. Nicht, dass Sie denken, wir schauten
nur, da sie hübsch war, nein, das würde uns ja nie einfallen. Ehrenwort.
Wir bemerkten dann, dass sie nicht alleine war, sondern ein älterer Mann war
immer in ihrer Nähe. Sie sprachen miteinander, es fiel uns auf, dass sie auch
flüsterten.
Ich weiß nicht mehr wer, aber einer von uns sagte: „Sie hat aber einen
großen A“. Er meint das etwas ausladende Becken der Frau, das, wenn man genau
hinsah, was wir jetzt auch taten, so gar nicht zu ihr passte.
Unsere Opfer hatten wir gefunden. Wir hielten sie an, zückten die
„Bundesadler“ und begannen mit der Kontrolle. Jeder von ihnen hatte einen
Koffer, die wir sorgfältig durchwühlten. Negativ! Die Reiseroute war von Santacruz via Frankfurt nach Wien. Als Reiseroute für einen Drogenschmuggel
war das die super Route.
Wolfgang und ich schnappten uns den Mann zur Personenkontrolle. Rein in das
kleine „Kämmerlein“ und raus aus der Wäsche. Der Mann, es war der 60-jährige
Tullio T. zierte sich wie eine Jungfrau und wir mussten ein wenig
nachhelfen.
Wau, das war ein Happen! Über der Unterhose kam eine Miederhose zum
Vorschein. Ein Anblick für Götter! Umständlich zog er sie aus und reichte
sie uns. Schwer war die Miederhose und einen Nabelbruch konnten wir bei
Tullio auch nicht feststellen. Klar, voll mit Kokain war das liebe Höschen.
Volltreffer!
Eine Kollegin untersuchte dann die Frau, die 41-jährige Maria S. und auch
sie trug so ein lustiges Miederhöschen. Je 2 kg Kokain in den Mieder. Fein!
4 kg Koks hatten wir gefangen.
|
|
|