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"Die Miami-Connection"
von Johann Bednar
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Schauplatz Landesgericht Wien und Endstation für Todesboten aus Amerika.
Man könnte meinen, man befindet sich auf einer Modeschau von Lagerfeld und
nicht in einem nüchternen Verhandlungssaal in Wien, denn wie Models betraten
sechs Amerikanerinnen den Saal. Cindy, Cynthia, Melodie, Melanie, Kassandra
und Sandra Manshock und man sah ihnen nur an den Gesichtern an, dass sie
keine Top-Kleidung vorführten sondern vor den irdischen Schranken der
Gerechtigkeit standen.
Die Schminke in den Gesichtern zeigten dunkle Rinnsale die sich Tränen
gegraben hatten und die Schatten unter den Augen sprachen von einigen
schlaflosen Nächten.
Die Luft in dem kleinen Saal war stickig und heiß als die Anklageschriften
vorgelesen wurden und ab und zu knarrte eine Bank ansonsten war es still wie
in einer Kirche. Immerhin ging es doch um 13 kg hochwertiges Heroin welches
die Damen geschmuggelt haben. Weitere Angeklagte waren noch der Vincent,
Michael, und Jonathan, gegen sie wurde gesondert verhandelt.
Mit ruhigen Worten las der Richter vor was am 13.März 1992 begann!
Ein mickriger anonymer Hinweis, dass sich am Flughafen „etwas tun werde“ war
ja schön und gut, aber wir wussten nicht so recht, was wir damit anfangen
sollten. Wir schauten uns halt die Passagiere etwas genauer an als sonst und
so mancher Urlaubsreisender wird die „Kiebera“ ganz schön verflucht haben,
die seinen Urlaubskoffer zerlegten und in der Schmutzwäsche wühlten und gar
noch einige Stangen „Sargnägel“ fanden, aber die waren uns ja sowieso egal
und wir griffen deshalb keinem auf die Arschbacken.
Kurz nach 13.00 Uhr landete die Lauda Air mit einer Boeing 767 Flug NG 2 aus
der Thailändischen Hauptstadt Bangkok.
Wir standen bei den Kollegen in der Einreisekoje und eine Gesichtskontrolle
war angesagt.
Zwei Kollegen waren in der Gepäckszentrale und schauten sich teilweise die
Koffer schon an bevor sie auf das Förderband gelegt wurden.
Keine Ahnung warum uns eine hübsche Frau mit weißen hochhackigen Schuhen,
rotes Kleid ins Adlerauge stach, aber wir schauten uns ihren Pass genauer
an. Sandra, aus den USA, aus Florida, 29 Jahre alt stand im Pass. Ich will
nicht sagen, dass sie auffällig gewesen wäre, ich glaube wir haben sie näher
kontrolliert weil sie so hübsch war. Nein, dies ist nur ein Scherz, so etwas
machen wir nicht!
Als dann ein Kollege aus der Gepäckszentrale angerauscht kam und uns sagte,
dass eine Reisetasche vermutlich positiv sei, vergaßen wir die hübsche Maid
und ab zum Förderband,
Wir wollten den Besitzer der Reisetasche haben!
Koffer für Koffer wurde vom Band genommen und unsere Schönheit stand auch am
Band. Der Kollege schubste uns an und deutete auf die Tasche, die war es!
Als dann die „Hübsche“ auch noch diese Tasche nahm war die Überraschung
perfekt. Nun war Eile angesagt, die Frau musste observiert werden, wir
wollten schon wissen wer sie abholte oder was sie tat.
Wir waren die ganze Truppe, Wolfi, Martin, „Koksi“ Joschi und meiner
Wenigkeit anwesend und klebten auf den Absätzen der weißen Schuhe. Sie ging
ungehindert durch die Zollkontrolle und direkt zum Taxistandplatz.
Unseren Dienstwagen hatten wir in der Nähe des Sondergastraumes abgestellt
und wir mussten uns beeilen. Martin und Wolfgang sprangen ebenfalls in ein
Taxi, wir anderen sprinteten zu unserem Wagen. Vom Taxi aus erfuhren wir
immer den Standort und wir hatten die beiden Taxis bald eingeholt. Die Fahrt
ging zum Parkhotel Schönbrunn. Die Frau quartierte sich im Hotel ein und wir
warteten was sich tun würde.
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