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"Die Marihuana-Ernte"
von Johann Bednar
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Dienstfrei, ein Familientag mit Gattin war angesagt:
Die Bootsfahrt in Laxenburg brachte ein wenig Abwechslung in den
„Gift-Alltag“ und dann noch ein kühles Bier an dem heißen Sommertag. Aber
man kann machen was man will, man trifft eben immer Leute, die einen kennen.
So war es auch damals! „Grüß Gott, Herr Inspektor“ und schon saß ein Mann
samt Familie bei uns am Tisch. Ich kannte den Mann flüchtig und der
plauderte munter drauflos. Eine Frage Herr Inspektor? Was ist das?
Er holte aus seiner Rocktasche irgendein Grünzeug heraus und reichte es mir.
Einige vertrocknete Blätter auf einem „Stengel“ hielt ich in der Hand. Bei
näherer Begutachtung sagte ich ihm, dass dies Hanfblätter waren. Wusste ich
doch, sagte er, er freute sich richtig das Gemüse qualifiziert zu haben.
Hanf, oder Marihuana, das, was die „Giftler“ rauchen.
Er wurde richtig stolz über seine Weisheit. Ich klärte ihn auf, dass dieses
Zeug überall wild wachse und meistens die Inhaltstoffe für den
Suchtgiftkonsum ganz minimal waren. Ich hatte eigentlich angenommen, er hat
das Zeug irgendwo gefunden oder ausgezupft und macht sich jetzt wichtig!
Nein, meint er, er kenne ein ganzes Feld in Wienerherberg bei Schwechat,
dort wachse das Gras schon Meterhoch.
Nun war ich an der Reihe und bekam spitze Ohren wie Meister Spock. Der Anbau
sowie der Besitz der Pflanze waren verboten. Es gab immer irgendwelche
Leute, kleine Schlafzimmer - Botaniker, die für den Hausgebrauch Hanf
anbauten und dann in aller Ruhe verqualmten, aber die fielen eigentlich
nicht ins Gewicht.
Er beschrieb mir den Ort wo die Stauden stehen sollten und ich versprach
ihm, dass ich mich darum kümmern werde.
Am nächsten Tag machten Kurt und ich eine kleine Spazierfahrt nach
Wienerherberg, es sind nur einige Kilometer von Schwechat. Die Sonne schien,
ein herrlicher Tag.
Rupf hatten wir mitgeteilt, was wir vorhaben und seinem Grinsen entnahmen
wir, dass er nicht viel Hoffnung hatte uns heute noch zu sehen, da in dieser
Gegend einige Heurige angesiedelt waren.
Wir fuhren dort in der Gegend herum und suchten das „bitterböse
Haschischfeld“ und wir fanden es auch! Na, mit der Landwirtschaft hatten wir
beide nicht viel am Hut aber nach unserer Schätzung nach stand da ein Feld
ca. 2000 Quadratmeter groß und der Hanf stand in voller Größe vor uns,
Mannshohe Stauden und nur Hanf.
Ab und zu sah man eine mickrige allein stehende Sonnenblume aber sonst
nichts, außer Hanf! Wir stapften in dem Feld herum und begutachteten die
Pflanzen und siehe da, bei einem Großteil der Pflanzen waren die
Blattspitzen abgeschnitten.
Da waren schon Besucher am Werk und hatten sich fest bedient. Ich gebe zu,
wir waren leicht überfordert aber dann begannen wir den Besitzer des Ackers
ausfindig zu machen.
Unser erster Weg war der Gendarmerieposten Ebergassing. Die Kollegen kannten
wir schon von früher und die staunten auch nicht schlecht über unsere
Mitteilung. Sie waren zwar örtlich zuständig, aber heilfroh dass „Gift -
Kiebera“ da waren.
Wir erfuhren, dass der Acker einem Bauern von Ebergassing gehöre und den
besuchten wir. Den Acker, den habe er verpachtet und zwar an eine
Jagdgesellschaft. Ein Ingenieur war der Jagdaufseher und die Gesellschaft
bestand aus mehreren Leuten. Einem Arzt, einem bekannten Wiener Rechtsanwalt
und sonst noch einigen Leuten.
Der Jagdaufseher beteuerte und schwor hoch und heilig, er habe nicht gewusst,
dass dies ein Hanffeld war, er habe das Saatgut gekauft und angebaut, das
Feld sollte als Deckung für das Wild dienen.
Ein Jagdaufseher und Jäger, er wollte nicht gewusst haben was er da anbaut,
wir glaubten ihm seine Geschichte auf alle Fälle nicht.
Nun kam dann der Rechtsanwalt aus Wien im Geländewagen angerauscht, der
Jagdaufseher hatte ihn natürlich sofort verständigt. Der wusste als Anwalt
natürlich sofort, was sich da zusammenbraute und spielte sämtliche
juristische Tricks aus, auf die wir uns jedoch nicht einließen. Landesgericht
Wien war unser Ansprechpartner, der Journalrichter, wir durften sogar vom
Mobiltelefon des Herrn Rechtsanwaltes telefonieren.
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