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"Die Leiche im Walde!"
von Johann Bednar
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In einer Disco in Schwechat wird mit Heroin gedealt! So
lautete die Information die wir von einer V-Person erhalten haben. Ja, das
war uns nichts Neues aber wir hatten bisher noch keine Zeit um uns um
Kleindealer zu kümmern da uns Amtshandlungen größeren Ausmaßes am Flughafen
in Atem gehalten haben. Nun hatten wir ein kleines „Loch“ und beschlossen
Schwechat zu „säubern“. Einen Namen kannten wir, Herbert G. aus Simmering.
Eigentlich war es eine nichts sagende Figur, aber Kleinvieh macht auch Mist.
Außerdem wollten wir „unsere Stadt“ Schwechat sauber halten.
Kurt und ich machten uns auf die Suche nach Herbert. Aber keine Spur und
kein Gruß von ihm? Wir stöberten in diversen Spelunken in Simmering umher und in
einer Kneipe in der sich die unteren 50 herumtrieben trafen wir eine
„Kundschaft“ von uns mit dem wir noch eine kleine Rechnung offen hatten. Im
Kreise seiner Freunde spielte er kurzzeitig den wilden Mann, aber wir
dämpften seinen Puls auf ein erträgliches Maß herunter.
Der „weiße Rolf“, wäre einige Zeit mit dem Herbert unterwegs gewesen so
sagte er uns, mehr weiß er nicht! Rolf war uns bekannt und fuhren zu seiner
Wohnung.
Auf unser Klopfen klotzte ein Kullerauge durch den Spion und der Besitzer
des Auges meinte er mache die Türe gleich auf. Gleich aufmachen? der Spruch
war uns bekannt. Die Türe machte überhaupt kein Problem, wurde sie doch
mindestens 4 Mal im Monat von irgendeiner Polizeidienstelle geknackt und war
dementsprechend geeicht, denn sie ging beinahe von selbst auf. Rein in die
Wohnung, der erste Weg zur Toilette.
Rolf wollte soeben ein Briefchen Heroin an die Fische verfüttern, was wir
jedoch verhinderten indem Kurt die gesamte Klobrille mit dem Fuße zustieß
und Rolf gerade noch seine Finger retten konnte. In dem desolaten Wohnzimmer
wollten sich zwei Leute gerade einen „Schuss“ setzten, aber leider!
2 Gramm Heroin war unsere Beute und drei Festnahmen. Ab nach Schwechat zur
Vernehmung! Wir nahmen uns die drei Burschen vor, ein wenig gegeneinander
ausspielen und schon erfuhren wir von wem Rolf den Stoff hatte. Franz D. und
Horst K. ebenfalls aus Simmering waren ihre Dealer. Auch für uns keine
unbekannten Namen.
Es ist ja erstaunlich wie sich die Kreise immer schließen, man kann machen
was man will, man stößt unweigerlich immer auf die gleichen Leute, die Szene
dreht sich immer im Kreis und ab und zu tauchen neue Namen auf. Für unsere
Arbeit ist dies super, es erleichtert uns ungemein diverse Leute
auszuforschen, da man im Laufe der Zeit die ganze Szene kennt.
An die 5 Gramm Heroin hätten sie in den letzten vier Wochen von den beiden
gekauft gaben sie bei der Vernehmung an und jammerten uns an, dass sie ja
nur kleine Verbraucher wären. Dass sie die 5 Gramm streckten und
weiterverkauften gaben sie dann zögernd zu. Wo der Herbert steckte, den wir
eigentlich suchten, wussten Sie nicht. Schon lange nicht gesehen! Er war
aber immer mit dem Horst und Franz zusammen, zumindest in der letzten Zeit.
Journalstaatsanwalt und Richter und wir bekamen einen Haftbefehl wegen
Verdunkelung- und Verabredungsgefahr, da wir ihre Dealer noch nicht hatten.
Ab in den Knast!
Die Suche nach Horst und Franz begann! Wir hatten eine Menge Adressen aber
die Burschen schliefen mal da mal dort und manchmal trieben sie sich
tagelang in der Wiener Szene umher. Eines Abends hatten wir dann Glück. Wir
erfuhren dass die Mutter von Franz im Spital lag und das bedeutete für die
beiden eine sturmfreie Bude. Rauf in die Wohnung und wieder das gleiche
Spiel! Anklopfen, nicht aufmachen, Türe eintreten! Dass Franz noch in
unmittelbarer Nähe an der Innenseite der Türe stand, war sein Pech! Die
Türschnalle streifte nach meinem Tritt gegen die Türe noch leicht seine
Hüfte und er quietschte auf. Dafür konnte ich beim besten Willen nichts. Wir
mussten schnell sein.
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