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"Der Koks-Wirt"
von Johann Bednar
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Mit den Kollegen aus England hatten wir schon immer das
beste Einvernehmen. Es war bei ihnen üblich, hatten sie einmal eine
Suchtgiftspur aufgenommen, waren sie sehr interessiert, dass die Route der
Suchtgifttransporteure wenn möglich bis zu den Endabnehmern verfolgt wird.
Eines Tages, wir „knotzten“ gerade so auf locker im Büro herum, rief ein
Inselbewohner bei uns an, und sagte uns, dass ein größerer
Suchtgifttransport unterwegs sei. Um welche Menge es sich handelt war ihnen
nicht bekannt, sollte aber schon was festes sein.
Die Route sollte über Bolivien, England, Wien und vermutlich zu den
Endabnehmern nach Italien gehen. Ich, mit meinem Favoritner Englisch, bekam
da gar nicht viel mit. Zum Glück hatten wir Kollegen, die diese Sprache
besser beherrschten. Bei den Schmugglern sollte es sich um ein älteres
Pärchen handeln. Näheres, wie genaue Flugdaten und Zeit war noch nicht
bekannt. Sie würden sich aber bei uns melden.
Wir rieben uns die Hände im Büro, denn von den Engländern kamen immer heiße
Tipps. Wir hatten gerade besprochen, ein paar Kleindealer hoch zu nehmen,
verschafften diesen jedoch eine kleine Atempause, da die Information aus
England ja sehr heiß war.
Am nächsten Morgen, wir waren kaum im Büro, schlürften noch unseren
Morgenkaffee, waren die Kollegen aus England wieder am Draht. Am heutigen
Tage, um 17:30, sollte die Ware, von Bolivien via London nach Österreich
gebracht werden. Die englischen Kollegen würden in London zusteigen, und den
Transport bis zu uns begleiten. Sie gaben uns auch die Namen der
Transporteure durch. Ein gewisser Pedro D., 64 Jahre alt, und eine Laura M.,
43 Jahre waren die netten Leute.
Wir im Büro grinsten uns eines, denn wir dachten uns, in Bolivien macht ein
Altersheim einen Betriebsausflug, waren ja die zwei Transporteure nicht mehr
die jüngsten.
Nun gut, jetzt mussten wir die Sache durch organisieren. Wir informierten
das Ministerium, die damalige Suchtgiftzentralstelle II/8 und baten um
Unterstützung, da wir ein Observationsteam benötigten, denn wir sollten die
Spur der beiden Altspatzen so weit als möglich verfolgen.
Am Nachmittag „trudelten“ die Kollegen der EBS bei uns ein und wir
besprachen die Vorgehensweise.
Unsere Truppe sollten die beiden Transporteure bei der Passkontrolle in
Empfang nehmen, und die englischen Kollegen würden sich auch bemerkbar
machen. Die Kollegen des EBS würden in der Ankunftshalle Aufstellung nehmen
und zum Teil auch schon die Autos besetzen. Natürlich waren ja Funkgeräte
schon erfunden und wir benützen sie auch, da wir ja nicht wussten, wie und
womit die Reise weitergehen würde.
Fast auf die Minute genau landete die Maschine aus London und wir nahmen die
Passagiere bei der Passkontrolle in Empfang.
Gleich die ersten beiden waren die englischen Kollegen, die uns deutlich
zuzwinkerten und beinahe Knoten in die Finger bekamen als sie uns die beiden
zeigten.
Wir konnten die zwei Suchgifttransporteure ohne Schwierigkeiten aufnehmen.
Per Funk gaben wir den Kollegen Bescheid, und gaben die Personenbeschreibung
der beiden durch.
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