"Harte Tage"
von Johann Bednar

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Es war nicht die Welt, aber immerhin. Das Heroin stammte aus der Türkei, teilte er uns dann mittels Dolmetscher mit. Er sei zwar Tunesier, lebte aber teilweise in der Türkei. Einen Flug direkt aus der Türkei war ihm zu riskant, so flog er über Tunesien nach Wien. Die Ware selbst wollte er in der Szene in Wien verkaufen, verriet er uns noch.
Papierkram erledigen und ab in das LG Wien mit dem Typ.
Nun, die Flugroute gab uns zu denken, gar nicht so blöd! Die Passagiere der türkischen Fluglinien schauten wir uns ja regelmäßig an, das war ja schon ein Pflichtspiel. Aber aus Tunesien, na ja schauen wir halt einmal.
Zwei Tage später, Maschine aus Tunesien, zwei Nervenbündel mit blassen Gesichtern standen an den Förderbändern und warteten auf ihr Gepäck und wir warteten auf sie.
Es war das gleiche Spiel mit der gleichen Regie. In den Koffern befand sich nur wertloser Kram und Flohmarktware was die Kleider betraf. Ein Blick auf die Tickets, Türkei-Tunesien-Wien.
Ein scharfer Blick von Dr. M. auf das Innenleben der beiden Männer war natürlich angesagt. Dass die Ordination gut besucht war, brauche ich nicht mehr zu erwähnen. Arme Patienten. Als Nebenjob könnten wir ja echt eine Röntgenpraxis eröffnen, wäre doch eine Überlegung wert, aber was soll’s. In den Gedärmen der beiden war wieder mal Großkampftag, insgesamt 4 große Kugeln hatten die beiden eingebaut.
Unsere Toilette hatte wieder Hochsaison, es donnert und krachte nur so. 450 Gramm hochwertiges Heroin konnten wir aus der geplagten Muschel holen.
Bei der Vernehmung das gleiche Spiel, der Dolmetsch freute sich und wir boten ihm an, er könne ja bei uns übernachten, denn diese Route ließen wir nicht mehr aus den Augen. Hatte doch die Ware einen Schwarzmarktwert von rund einer Million Schilling. Unsere Suchtgiftgruppe war ja echt ein Hammer.
Das Landesgericht Wien bekam wieder zwei Mann als Verstärkung dazu.
Am nächsten Tag, Sie dürfen nun raten, wo wir uns befanden! Flug Tunesien-Wien. Wir hielten wieder Ausschau nach nervösen zappeligen jungen Männern, aber es kam keiner.
Der Flug von London nach Wien war erfahrungsgemäß auch immer sehr Erfolg versprechend und so krallten wir uns an diesen Passagieren fest.
So ein richtiger Fisch biss jedoch nicht an, als sich, ich glaube es war Kurt, eine ältere Dame zur Brust nahm. Was will er von der alten Frau dachten wir, war sie gar sein Typ?
Als wir uns das Ticket von der Frau, es war eine deutsche Staatsbürgerin, ansahen, schrillten die Alarmglocken. Sie kam aus Asuncion in Paraguay via London nach Wien. Eine äußerst ungewöhnliche Flugroute. Die Dame war laut Pass 57 Jahre alt, und eine gepflegte Erscheinung. Kurt filzte den Koffer, erstarrte kurz und machte den Koffer sofort wieder zu. Wir standen unmittelbar daneben und begriffen nicht sofort was das soll.
Er bedankte sich höflich bei der Frau und das war’s, dachten wir halt.
„Los hinterher“ rief Kurt der Koffer ist voll. Aha, so war das, Transporteurin – Observation – Hintermänner, na eh klar.
 

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