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"Harte Tage"
von Johann Bednar
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Verdammt noch mal, was war denn los? In der letzten Zeit
schliefen wir schon in unseren Klamotten, denn die Suchtgiftschmuggler
hatten anscheinend Hochsaison. Schlag auf Schlag purzelten die Transporteure
aus den Maschinen am Flughafen.
30. April 1989, unsere Truppe nahm wieder mal die ankommenden Passagiere in
Augenschein, als uns ein junger, nervöser Typ ins Auge stach. Er hetzte bei
den Transport-Bändern unruhig umher, und uns war klar, den kaufen wir uns
doch mal. Endlich kamen die Koffer zum Vorschein, es war ein Flug von
Tunesien nach Wien. Der Typ holte einen schäbigen, leicht zerfledderten
Koffer vom Band und begab sich Richtung Ausgang. Nichts da, Stopp, wir sind
die Guten. Wir baten ihn sehr höfflich den Koffer zu öffnen. Der Kerl
schepperte wie ein paar alte Ventile eines Oldtimers, irgendetwas war faul
mit ihm.
Die Durchsuchung des Koffers war ein Schlag ins Wasser. Ein paar alte
Klamotten, ausgelatschte Schuhe und einige undefinierbare Speisereste. Das
war’s. Gibt’s doch nicht, das kann nicht sein. Warum flippt denn der Kerl so
herum. Hüpft von einem Fuß auf den anderen, war doch echt ansteckend.
Unser nächster Verdacht war nahe liegend. Der Kerl hat sicher was
geschluckt! Klar das war es doch! Röntgen war angesagt.
Wir hatten damals eine Vereinbahrung mit einem Röntgenarzt in Schwechat,
dort konnten wir praktisch jederzeit Röntgen durchführen lassen. Sogar auch
am Wochenende, das war echt super für uns und wir brauchten nicht in ganz
Wien herumfahren und ausgebuchte Spitäler quälen. Auf zum Herrn Doktor M.
mit dem Kerl.
Die Ordination war zum Brechen voll, als wir dort eintrudelten, die Augen der
Assistentinnen wurden gleich um einiges größer, als sie uns erblickten. Ich
bitte die damaligen Patienten noch heute um Verständnis, denn wir drängten
uns unverschämt vor. Das leichte Murren in der Ordination überhörten wir
doch locker.
Runter mit den Kleidern des Tunesiers, das war er nämlich, er kam aus
Tunesien und war 24 Jahre alt.
Gespannt lauerten wir gemeinsam mit Dr. M. hinter der dicken Bleischeibe und
starrten auf den Röntgenapparat. Siehe da, in seinem Bauch waren zwei dicke
Kugeln sichtbar. Volltreffer!
Herzlichen Dank, Herr Doktor, und wir zischten ab ins Büro.
Nun war „kacken“ angesagt. Wir setzten den Burschen auf die Toilette, es war
eine Spezialanfertigung mit einem Gitter in der Innenseite damit ja nichts
verloren gehen konnte.
Eine langwierige Sache, sie werden ja verstehen, so auf Befehl seinen Stuhl
loszuwerden ist ja nicht so einfach. Aber irgendwann kamen die unverdauten
Produkte zum Vorschein.
Zwei ca. Hühnereigroße Kugeln, mit Heroin gefüllt, welches mehrfach in
Präservative gewickelt war, musste er natürlich selbst reinigen. Das wird
doch jeder verstehen, nehme ich mal an! 50 Gramm fast reines Heroin befand
sich in jeder Kugel.
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